Fragen und Antworten

Lebensmittelskandale machen immer wieder Schlagzeilen; Honig ist davon nicht ausgenommen. Wir haben deshalb auf 10 häufig gestellte Fragen 10 klare Antworten zusammengestellt.

1. Wird Ihr Honig kalt geschleudert?

Ja. Honig kann nicht anders als "kalt", d.h. bei Zimmertemperatur geschleudert werden. Das Resultat von Erhitzung wäre eine unbrauchbare Masse, denn Bienenwachs hat einen niedrigen Schmelzpunkt.
Wahrscheinlich ist diese Frage im Zusammenhang mit kaltgepressten Ölen entstanden.

2. Stimmt es, dass ausländischer Honig beim Import erhitzt werden muss?

Eine solche Vorschrift gibt es nicht.
Pasteurisiert wird Honig routinemässig beim Grosshändler, um das Risiko einer Gärung auszuschliessen. Anderseits wird im Fass importierter Honig vom Grossverteiler zum Abfüllen wieder flüssig gemacht, d.h. erhitzt.
Im Bienenstock herrschen Temperaturen bis zu 35 Grad, aber ab 40 Grad werden die empfindlicheren der wertvollen Stoffe des Honigs zerstört.

3. Geben Sie Zucker in den Honig?

Nein. Die Süsse im Honig stammt einzig vom Nektar oder Pflanzensaft, der von Natur aus die verschiedensten Zuckerarten enthält, zum Beispiel Maltose, Melizitose, Fructose, Glucose u.a.m.
Natürlich können Bienen durch Zuckersirup und ähnliches ernährt werden. Auf diese Weise entstehen heute grosse Mengen von billigen Honigfälschungen (Frage 8). Wir belassen jedem Volk ungefähr 15 kg seines Ertrages im Stock, sodass es sich im Winter und bei Dürre von seinem eigenen Honig ernähren kann.

4. Honig und Insektizide / Pestizide?

Sind im Honig- ganz gleich welcher Herkunft- nicht zu finden. Kommt die Biene in Kontakt mit diesen Stoffen, geht sie zugrunde, bevor sie heimkehren kann.
Nur wenn der Imker selbst Chemikalien benützt, ist nachher der Honig belastet und dies vermeiden wir, da wir uns ja nicht selbst vergiften möchten.

5. Verwenden Sie Antibiotika?

Nein. Antibiotika werden gegen Bakterien und Krankheiten eingesetzt, die in den Tropen häufig sind, die in den gemässigten Breiten aber kaum vorkommen. In Deutschland gibt es aber leider auch immer wieder Fälle von Antibiotikahonig in der Nähe von Gewerbeobstanbaugebieten, da die Obstbäume hierbei vorsorglich mit Antibiotikas gegen Feuerbrand gespritzt werden.
In der biologischen Imkerei bekämpfen wir Krankheiten oder Parasiten mit ätherischen Ölen oder in Handarbeit: Entfernen von betroffener Brut, Umzug in einen desinfizierten Bienenkasten, einen Tag lang fasten zur Darmentleerung u.a.m.

6. Hat Honig Heilwirkung? Z.B. Kastanienhonig für die Venen?

Nein. Nur die Pflanze selbst enthält Heilstoffe, nicht ihr Nektar. Deshalb riecht und schmeckt z. B. Lavendelhonig auch nicht nach Lavendelessenz Im europäischen Raum sind solche Behauptungen deshalb verboten. Aber natürlich lindert Honig Halsweh und Erkältungen, körperlich und seelisch.

7. Wie können Sie überhaupt behaupten, das sei Waldhonig?

Man kann Bienen ja nicht befehlen, wo sie sammeln sollen. Das ist richtig. Eine Biene kann bis zu 3 km entfernte Pflanzen besuchen. Deshalb muss man ihr lohnende Futterquellen in der Nähe anbieten. Waldgebiete zur Erzeugung von reinem Waldhonig gibt es in relativ grossen und zusammenhängenden Flächen in unserer Gegend. Anderseits bieten wir keine anderen reinen Sortenhonige an, da wir deren Reinheit aufgrund unseres Trachtangebotes nicht genügend garantieren können. Wir fassen aber in die Kategorie Blütenhonig zusammen, der Hauptbestandteil des Blütenhonigs kommt von unseren 70 Streuobstbäumen, die natürlich ungespritzt sind und Löwenzahn der bei uns in Massen vorkommt und als Frühblütler keiner Düngung unterworfen ist.

8. Warum gibt es beim Honig so grosse Preisunterschiede?

Seit einigen Jahren wird Honig auch in grossem Stil gefälscht, wie in Frage 3 angesprochen. Auf den Etiketten solcher Billigangebote ist heute zum Teil nicht mehr von Pflanzen die Rede. Qualitätshonig, speziell seltene Sorten wie Waldhonig und Obstblüten/Löwenzahnhonig kostet eben seinen Preis und sind es aber auch wert. Auch kostet Honig, der durch biologische Völkerführung erzeugt wird etwas mehr, da die Herstellungskosten viel höher sind. Auch braucht man mehr Reservevölker, um den natürlichen Völkerausfall durch die Varroomilbe auffangen zu können, den ich mit chemischer Völkerführung nicht habe.

9. Warum gibt es immer wieder Honigskandale?

Leider ist oft Etikettenschwindel der Grund, was leider sehr oft vorkommt. Da wird billiger Massenhonig als gesuchter deutscher Sortenhonig ausgegeben oder dieser wird "gestreckt". Also sind sie immer vorsichtig, wenn Imkerhonig billig angeboten wird, das ist schon verdächtig!

10. Unterschied echter deutscher - Honig und anderweitiger Honig?

Sie müssen unseren Honig einmal kosten, dann wird ihnen auch dieser Preis mehr als billig erscheinen und sie werden nie mehr einen Honig "von der Stange" kaufen.