Etiketten "Echter Deutscher Honig"

Bitte kaufen sie nur solchen Honig mit deutschen Imkerbundetiketten oder zertifizierten Bioanbietern. Durch die Überwachungsnummer, siehe das unten abgebildeten DIB Etikett, kann der Honig zu Kontrollen, falls den Imker einmal das Auswahllos zum Kontrollieren treffen würde, herangezogen werden. Ganz sicher können Sie sein, wenn der Honigerzeuger jedes Jahr wie ich eine Honiganalyse seines Honigs machen lässt.

Bundesverband der Lebensmittelchemiker/-innen
im öffentlichen Dienst e.V. (BLC)

Qualitätsmängel bei preisgünstigem Honig

In Deutschland beläuft sich der durchschnittliche Honigverbrauch auf etwa 1,4 kg pro Kopf der Bevölkerung. Damit ist Deutschland in Europa führend. Es werden Honige aus aller Welt angeboten, da die einheimischen Bienen nur 1/5 des Bedarfs von ca. 100.000 t Honig decken können.

Honig ist ein unverfälschtes Naturprodukt, das wir dem Fleiss der Bienen verdanken. Sie müssen drei bis fünf Millionen Blüten anfliegen, um Nektar für 1 kg Honig zu sammeln. Schon beim Sammeln wird der Nektar durch die Bienen verarbeitet und mit angereicherten körpereigenen Sekreten in den Bienenstock verbracht. Dieser Nektar ist noch zu wasserreich, um haltbar zu sein. Die Biene muss daher den Honig solange bearbeiten bis er reif genug ist, d.h. einen Wassergehalt bis maximal 19 % aufweist. Erst dann verschliesst die Biene die Honigwaben mit luftundurchlässigen Wachsdeckeln, damit der Honig vor einer Wasseraufnahme geschützt und über längere Zeit haltbar ist.

Die deutsche Gesetzgebung hat sich schon früh für den Schutz des Naturproduktes Honig entschieden. Bereits im Jahre 1912 gab es eine gesetzliche Regelung für Honig, aus der sich mit den Jahren die heutige Honigverordnung entwickelt hat. Hiernach wird der Honig wie folgt beschrieben:
Honig ist ein dickflüssiges oder kristallines Lebensmittel, das von Bienen erzeugt wird, indem sie Blütennektar, andere Sekrete von lebenden Pflanzenteilen oder auf lebenden Pflanzen befindliche Sekrete von Insekten aufnehmen, durch körpereigene Sekrete bereichern und verändern, in Waben speichern und dort reifen lassen.

Ein Speisehonig darf keine organischen Verunreinigungen aufweisen, nicht in Gärung übergegangen sein und keinen artfremden Geruch und Geschmack aufweisen. Oberstes Gebot dabei ist: es dürfen weder Stoffe zugesetzt noch honigeigene Bestandteile entzogen werden. Der Honig ist somit als eines der naturreinsten Lebensmittel anzusehen.

Bei einer Schwerpunktuntersuchung wurden im Chemischen Untersuchungsamt der Stadt Bielefeld bei besonders preisgünstigen Honigen Qualitätsmängel festgestellt. Bei einer Vielzahl von Proben war eine vorausgegangene Gärung des Honigs nachweisbar, die sich auch geschmacklich bemerkbar machte. Ein Gärungsprozeß bei Speisehonig stellt jedoch einen Qualitätsverlust dar und entspricht nicht der Honigverordnung.

Honig wird in einigen Ländern teilweise in noch unreifem Zustand geerntet, um die Weiterverarbeitung zu erleichtern (noch sehr flüssig aufgrund des hohen Wassergehaltes) und den Ertrag zu steigern. Ein zu hoher Wassergehalt führt jedoch zu einer Gärung. Seit kurzem ist bekannt geworden, dass ein begonnener Gärungsprozeß durch technische Bearbeitung gestoppt werden kann. Dabei wird dem Honig künstlich Wasser entzogen. Andere Inhaltsstoffe wie z. B. Aromastoffe gehen aber dabei ebenfalls verloren. Für den Verbraucher ist diese abgestoppte Gärung schwer erkennbar, da äusserlich feststellbare Anzeichen einer Gärung, wie z. B. Blasenbildung, nicht vorliegen. In manchen Fällen kann eine saure, nach Sauerkraut erinnernde Note festgestellt werden.

Die oben beschriebene technische Bearbeitung ist nach der Honigverordnung verboten. Die Honige sind somit nicht verkehrsfähig. Ebenfalls verstossen Honige mit nachweisbaren Gärungsprodukten wie z.B. Alkohol, Glycerin etc., mit hohen Hefegehalten und mit sensorischen Mängeln gegen die Honigverordnung.

Honig als Qualitätsprodukt verlangt seinen Preis!!

Dr. Susanne Hanewinkel-Meshkini
im Chemischen Untersuchungsamt Bielefeld


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